Schlagwort-Archive: Onlinemedien

Kommunikation im Kongress-Fieber: Welche sich lohnen

IMG_0602Kommunikationskongress des Bundesverbands der Pressesprecher 2015 im Berliner Congress Centrum.

Tagungen, Kongresse, Symposien – in der Kommunikationsbranche ist das Angebot an Networking-Veranstaltungen schier unüberschaubar. Doch Zeit und Budget für derlei Angebote sind im stressigen PR-Alltag knapp bemessen. Für welche Veranstaltung soll ich mich entscheiden? Hier die zehn spannendsten Kongresse der Kommunikationsbranche aus unserer Recherche. Weiterlesen

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23 Thesen zur Medienzukunft – Media Convention

14144649504_249fdeb33a_cAnfang Mai fand gemeinsam mit der re:publica der zweitägige Medienkongress „Media Convention“ des Medienboards Berlin-Brandenburg statt. Auch wir waren mit mehreren Vertretern vor Ort und tauschten uns mit Kollegen der Branche über aktuelle Fragen zu Perspektiven und Spielregeln einer globalen Medienwelt aus. Einen besonders interessanten Ansatz von drei jungen Nachwuchsjournalisten möchten wir Ihnen an dieser Stelle resümieren:  die „Breaking News“-Show von Jessica Binsch, Ole Reißmann und Hakan Tanriverdi. Sie luden die versammelte Medienelite dazu ein, gemeinsam von der Zukunft der Medien zu träumen und hatten dafür 23 provokante Thesen mitgebracht… Weiterlesen

Fingerwisch am Frühstückstisch: Digitale Alternativen zur Zeitung

dog bringing newspaperDer Geruch des Papiers, die dünnen Blätter zwischen den Fingerspitzen, das Rascheln beim Umblättern – die Zeitung war ein Erlebnis für alle Sinne. Aber jetzt wird das Zeitunglesen digital, es wird mobil, es wird schneller. Nachrichten können inzwischen auf drei Arten digital genutzt werden: Online, als E-Paper oder als App. Weiterlesen

Leitmedien haben sich auf GEMA eingeschossen

Demoaufruf GEMA in Berlin September 2012Die GEMA erfreut sich unter Clubbetreibern und YouTube-Nutzern ohnehin nicht der allergrößten Beliebtheit. Nach der geplanten Tarifreform, die ab 2013 für den Veranstaltungsbereich gelten soll, haben nun auch die Medien nochmal kräftig drauf gehauen.  Wir haben mit Hilfe einer Medieninhaltsanalyse die Meldungen der deutschen Print- und Onlinemedien von drei Monaten untersucht und festgestellt, wie kräftig. Die Fokusstudie, die ohne Kundenauftrag entstand, ist kostenlos bei Slideshare abrufbar.

Digitale Demenz oder zurück in Steinzeit?

Die  Nummern meiner besten Freunde kenne ich nicht auswendig, denn sie sind ins Telefon programmiert. Einen Fahrtweg muss und kann ich mir nicht merken, denn das Navi hat ihn längst berechnet und dirigiert mich sicher ans Ziel. Und bevor ich lange darüber nachdenke, wie noch dieser Schauspieler heißt, dessen Name mir entfallen ist, tippe ich schnell ein paar Schlagworte bei Google ein und schon wird er mir angezeigt. Ich finde das praktisch , aber der Hirnforscher Manfred Spitzer sieht in der  allgegenwärtigen Nutzung des Internets den Untergang des Abendlandes. Seine   These:  Digitale Medien machen dumm. In seinem Buch „Digitale Demenz“ greift Spitzer fast jedes gängige Vorurteil über die ausufernde Mediennutzung auf und verifiziert sie unter Rückgriff auf  Studien der Hirnforschung.

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Spendenaktion für Japan innerhalb weniger Stunden

Das Facebook-Spiel ‚FarmVille‘ hat gemeinsam mit ‚Save the Children‘ innerhalb weniger Stunden eine Hilfsaktion für die Opfer des Erdbebens in Japan auf die Beine gestellt. Besonders praktisch: FarmVille-Betreiber Zynga ermöglicht nicht nur die Ansprache der größten Onlinespiel-Fangemeinde (mit Stand Januar 2011 weltweit ca. 56 Millionen Spieler) und eine zielgruppengerechte Einbettung der Hilfe in sein Spiel (die Spieler können Saatgut eines japanischen Gemüses zum Anbau auf ihrer virtuellen Farm kaufen), sondern es betreibt auch ein gut funktionierendes Onlinebezahlsystem, mit dessen Hilfe die Spendenzahlungen in kleinen und kleinsten Beträgen unkompliziert und sicher eingenommen werden können. Bezahlen ist dabei sowohl über Kreditkarte wie mittels Paypal möglich.

Mythos Reichweite: Aufrufe und Besuche

Alle Reichweiten, die wir Medienresonanzanalysten tagtäglich zuordnen und auswerten, sind schwache, kränkliche Hilfskonstrukte, mit denen die Leistung medialer Aufmerksamkeit irgendwie messbar gemacht werden soll. „Eyeball counting“ nennen das abschätzig die Research-Kollegen in den USA: „Wie viele Augen haben wahrscheinlich die Ergebnisse unserer Pressearbeit erblickt?“ ist die Ausgangsfrage dieser Disziplin. Dabei besitzt die Reichweite jeder Gattung eine spezifische Achillesverse, mit der ihre Glaubwürdigkeit per Federstrich zu Fall gebracht werden kann. So auch die Onlinereichweite, die drittjüngste Zählwährung vor Followern (Twitter) und Freunden (Facebook).

In der Regel wird unterschieden zwischen den Seitenaufrufen (Page Impressions) und den Seitenbesuchen (Unique Visits). Erstere Einheit zählt, wie viele Seiten eines Internetangebots vollständig abgefragt wurden. (Eine noch kleinere darunter liegende Einheit wären die Hits, die die Anzahl der abgerufenen Seitenelemente wie Grafiken oder Tabellen zählt.) Die Visits dagegen messen, wieviele zusammenhängende Besuche auf der Seite stattgefunden haben. Die Abgrenzung der Nutzer erfolgt dabei mithilfe der IP-Adresse des Rechners, von dem aus gesurft wird. Innerhalb einer bestimmten Frist (die IVW hat irgendwann mal 30 Minuten festgelegt und sich dabei nach eigener Angabe an internationalen Standards orientiert ) führt der erneute Besuch der Webseite nicht zu einer weiteren Zählung. Ob sich hinter der IP-Adresse ein und derselbe oder unterschiedliche Nutzer verstecken, kann dabei nicht sicher festgestellt werden, obwohl surverseitig auf dem Rechner des Nutzers abgelegte Codes, so genannte Cookies, die Wiedererkennung eines Rechners und auch der Nutzer eingeschränkt ermöglichen. So oder so hat sich als Währung für Webseiten die Anzahl der zusammenhängen Seitenbesuche etabliert.

Problem 1: Wieviele Visits ein Medium erzielt, wird monatlich von der IVW für knapp 1.000 Onlineangebote ausgwiesen, für jedermann nachlesbar z. B. hier. Angesichts von rund 2.000 redaktionellen deutschen Webseiten sind für die Hälfte des hiesigen Onlineangebotes allerdinsg keine gesicherten Reichweiten vorhanden.  Man ist bei vielen Seiten auf die Selbstauskünfte der Anzeigenvermarkter oder der Inhalteanbieter angewiesen, die in aller Regel übertrieben sind.

Problem 2: Die Visits sagen nichts darüber aus, welche Inhalte genau betrachtet wurden. Sie werden für eine Internetadresse angegeben, aber die betreffende Meldung, deren „Wert“ ermittelt werden soll, steht möglicherweise nicht auf der Startseite, sondern in einer randständigen Rubrik oder weit, weit unten auf der Seite. Immerhin weist die IVW seit Ende 2009 auch einige Detaildaten aus – etwa den Anteil der Visits an redaktionellen oder sonstigen Inhalten (z. B. nutzergenerierter Inhalt, Spiele, E-Commerce) und zeigt, wie viele Visits der IP-Adresse nach aus dem Ausland kamen. Aber wissen Sie eigentlich, WELCHE Visits Ihnen Ihr Beobachter meldet?

Problem 3: Mit der Platzierung hängt auch die Schwierigkeit zusammen, die Dauerhaftigkeit eines Inhalts zu ermitteln: Wie lange dürfen Reichweite eines Onlineportals gezählt werden, wenn irgendwo darin ein Artikel mit dem gesuchten Stichwort steht? Zeitungen etwa sind einen Tag gültig und bei Abdruck eines relevanten Artikels wird ihre Reichweite einmal gezählt. (Welche Probleme dort auftreten, erläutere ich im nächsten oder übernächsten Teil der Reichweitenmythen). Doch wie sieht das im Internet aus? Ist die Halbwertszeit einer Meldung auf spiegel.de nicht noch kürzer als die einer Zeitungsmeldung? Wir verwenden deshalb nicht die Visits eines Monats, sondern teil diesen Wert durch 30, um in etwa die Reichweite eines Durchschnittstags pro Meldung zugrunde legen zu können.

Was ist die Lösung? Nun, zum Einen könnte man ganz schlank davon ausgehen, dass all diese Messungenauigkeiten sich irgendwie gegenseitig ausgleichen. Vielleicht. Hoffentlich. Irgendwie… Zum Anderen aber darf man die ermittelten Zahlen – trotz größtmöglicher Akuratesse in Durchführung und Dokumentation – nicht absolut betrachten, sondern nur im Vergleich, und auch das am besten nur mit Daten, die unter denselben Bedingungen zustande gekommen sind.  Man kann grobe Gewichtungen vornehmen und vielleicht Trends darstellen. Das klingt nach viel Aufwand bei mickrigem Resultat finden Sie? Glauben Sie mir, es  kann schon eine wichtige Information sein, ob die Zahl der erreichten Visits im Vergleich zum Vorquartal gestiegen oder gesunken ist, wenn Sie dafür verantwortlich sind…