Schlagwort-Archive: Kommunikation

Kommunikation im Kongress-Fieber: Welche sich lohnen

IMG_0602Kommunikationskongress des Bundesverbands der Pressesprecher 2015 im Berliner Congress Centrum.

Tagungen, Kongresse, Symposien – in der Kommunikationsbranche ist das Angebot an Networking-Veranstaltungen schier unüberschaubar. Doch Zeit und Budget für derlei Angebote sind im stressigen PR-Alltag knapp bemessen. Für welche Veranstaltung soll ich mich entscheiden? Hier die zehn spannendsten Kongresse der Kommunikationsbranche aus unserer Recherche. Weiterlesen

Advertisements

Meine Medientermine 2013

Medientermine 2013Vorträge als Werbeveranstaltung, Warteschlangen am Büfett und   Selbstinszenierung auf Diskussionsrunden: Manchmal sind die Konferenzen, Tagungen und Kongresse, die ich besuche, vergeudete Zeit. Und teuer noch dazu. Aber meistens erhalte ich doch wenigstens eine gute Anregung, treffe auf bestehende und potentielle Kunden, führe nette Gespräche mit Kooperationspartnern und Kollegen.  Auch 2013 buhlen wieder etliche Veranstaltungen um die  Gunst der Branche. Einigen merkt man an, dass sie weniger fachlich inspiriert sind als vielmehr Geschäftsmodelle darstellen. Trotzdem teile ich hier meine vorgemerkten Medientermine (ohne Gewähr) und freue mich auf Hinweise, falls etwas fehlt:

Die tägliche Dosis Medien

Es ist wie eine Sucht: Der Medienkonsum beginnt morgens nach dem Aufstehen und begleitet uns den ganzen Tag. Doch wo informieren sich die Medienmacher selbst über die aktuellsten Entwicklungen? Welche Seiten muss man lesen, um jeden Tag auf dem letzten medienpolitischen Stand zu sein? Neben den Printklassikern gibt es einige Onlineseiten, die sich um die Medien- und Kommunikationsbranche drehen. Die wichtigsten stellen wir vor… Weiterlesen

Unternehmen müssen hinhören, wenn sie im Web angesprochen werden

Stell Dir vor, jemand schreibt im Internet über Dich und Du merkst es nicht! Privat wäre das nicht so schlimm, aber wenn über das eigene Unternehmen geblogt, getwtittert oder gepostet wird, sollte man das mitkriegen und vor allem: Schnell darauf reagieren! Viele Journalisten beklagen sich, dass das Internet und die neuen Formen des Adhock-Kommunikation den Informationsfluss mehr und mehr beschleunigen und ihre Arbeit immer hektischer und kurzlebiger wird. Weiterlesen

Ausschreibungs-Dilemma: Der Billigste gewinnt

Öffentliche Auftraggeber müssen die Vergabe von Aufträgen ab einer bestimmten Größe ausschreiben. Das ist ja an sich eine gute Sache, um zu verhindern, dass Mauscheleien irgendwelcher Art geschehen. Sie geschehen natürlich trotzdem, aber vielleicht seltener oder raffinierter. Doch je vielschichtiger die Materie ist, die da ausgeschrieben wird, umso wichtiger ist der Sachverstand aller Beteiligten. So quälte mich bis gestern die Arbeit an einem Angebot für eine Ausschreibung, die sogar von einem Dienstleister für Ausschreibungen durchgeführt wurde. Da drängt sich die Frage auf, ob die Vergabe eines Auftrags zur Ausschreibung eines Auftrags auch ausgeschrieben werden muss?  Jedenfalls waren die tabellarischen Vorgaben, in die ich mein Angebot hinein basteln sollte, ungenau und führten den eigentlichen Kern meiner Aufgabe ad absurdum: die Beratung. Welche Medien beobachtet werden und in welcher Form die Clippings kommen sollen, in welchen Abständen die Analysen durchzuführen, was die Vorteile einer Onlinebeobachtungsflatrate gegenüber der Einzelabrechnung und was  überhaupt die Informationsbedürfnisse und Kommunikationsziele der Organisation sind, von denen her normalerweise alles abgeleitet wird – all das konnte ich nicht im Gespräch mit dem Kunden klären oder dem Kunden erläutern, sondern musste ich irgendwie in diese Tabellenvorlagen zwingen! Wenn ich Pech habe, bekommen wir den Job nicht, weil mein Angebot nicht verstanden wurde. Wenn ich noch größeres Pech habe, bekommen wir den Job – aber unter falschen Annahmen des Auftraggebers. So oder so besteht die Gefahr, dass er unzufrieden ist und die ganze Ausschreibung wiederholt werden muss.

„Hilfe, ich dürfte gar nicht mit Ihnen reden“
Im Zusammenhang mit einer anderen Ausschreibung einer untergeordneten Einrichtung einer Bundesbehörde, an der wir ebenfalls teilgenommen hatten, beklagte sich der fachlich zuständige Mitarbeiter bei mir über die Einfältigkeit seiner Beschaffungsstelle, die diese Ausschreibung versaubeutelt hätte. Das Ganze ging so in die Hose, dass sich am Ende nur zwei Unternehmen um den Job beworben hatten. Was den Pressereferenten, den ich am Rande einer Tagung zufällig getroffen hatte und nur anhand seines Namensschildes zuordnen konnte, am meisten aufregte, war, dass sich ein Dienstleister auf Nachfrage damit entschuldigte, es zeitlich nicht geschafft zu haben, sich an der Ausschreibung zu beteiligen. „Das muss man sich mal vorstellen!“, erboste sich der Herr Beamte.  Doch wie viel Arbeit es macht, den zum Teil höchst kuriosen Anforderungen der fachlich gar unbeleckten Ausschreiber zu genügen und wie unsagbar gering die Verdienste in der Medienbeobachtung sein können – gerade wenn man ein schlecht laufendes Nischenthema als Suchbegriff hat, zu dem nur zweimal im Monat ein Treffer in einer Fachzeitschrift auftaucht – das hat er dabei nicht bedacht. Besonders kurios war die Verabschiedung: „Man darf uns hier gar nicht zusammen sehen, sonst wirft man mir Bestechlichkeit vor“, sprach’s und floh zurück in den Konferenzsaal.  Ja klar, Transparency hat eben überall seine Späher…

„Billig? Da stehst Du doch drauf!
Und noch ein typisches Problem für Ausschreibungen: Wie kann man verhindern, dass nicht nur der billigste, sondern der beste Anbieter den Job bekommt? Eine andere große öffentliche Institution, die vor kurzem Medienbeobachtung und Medienresonanzanalyse ausgeschrieben hatte, hat dazu den fiskalischen vom fachlichen Teil getrennt. Das Analysemuster sollte zusammen mit Referenzen und einigen Leistungsbeschreibungen in einem Umschlag, die Kalkulation in einem anderen eingeschickt werden. Alles natürlich in dreifacher Ausfertigung und zusätzlich auch auf CD Rom. Beim Ausschreibenden wurden dann die inhaltlichen Konzepte von der Fachabteilung gesichtet und nur auf dieser Basis eine Rangliste erstellt. Nur bei denen, die fachlich überzeugen konnten, wurden auch die Umschläge mit den Kalkulationen geöffnet und hier dann der preiswerteste Anbieter ausgewählt. Diese Trennung ist eigentlich eine gute Idee, ein Problem waren aber die unvorstellbar exakten Anforderungen an die Gestaltung der Analyse. Seitenweise war genau vorgegeben, wie jede Folie der Präsentation auszusehen hatte. Die Masse der Kennzahlen, die darauf untergebracht werden sollten, trieben mich (ich war eigentlich gerade im Urlaub in Fort Lauderale)  schier zur Verzweiflung. Ein Muster dafür, wie es denn aussehen sollte, gab es natürlich nicht. Nur diese exakte und zugleich fachlich fragwürdige Beschreibung. Für mich war es vollkommen offensichtlich, dass hier ein ganz bestimmter Anbieter, der offenbar schon in der Vergangenheit die Analysen geliefert hatte, erneut zum Zuge kommen sollte. All die Arbeit, die vielen Stunden fern vom Strand – umsonst.

Der einzige Ausweg aus dem Schlamassel ist: Dem Kunden (oder auch dem Ausschreibungsdienstleister) frühzeitig Beratung bei der Formulierung der Ausschreibung anzubieten. Selbst auf die Gefahr hin, dass der Berater sich dadurch nicht mehr an der Auschreibung beteiligen darf. Aber eine Kollegin oder ein Kollege aus der Zunft der Kommunikationswissenschaftler sollte sich jeweils opfern (gegen Honorar versteht sich), um den anderen und nicht zuletzt dem Auftraggeber den ganzen Prozess zu erleichtern. Was meinen Sie?