Penny-Media: Einzelkauf von Artikeln statt Paywall-Abo

Yellow sultanas raisins isolated on white background cutout

Content-Vermarkter wie blendle, pocketstory oder Newscase laden zum Rosinenpicken ein

Nur das bezahlen, was wirklich interessiert: Blendle ging Mitte September 2015 in Deutschland an den Start und macht bei Printinhalten genau das möglich: Nutzer müssen kein Abo mehr abschließen oder hohe Bezahlschranken überwinden, sie kaufen für ein paar Cent einzelne Artikel. Das Prinzip erinnert an  Apples iTunes für Musiktitel, bietet aber einen entscheidenden Vorteil: Wem ein Text nicht gefällt, kann ihn sogar zurückgeben! Geld-zurück-Garantie für Inhalte – das ist mal was Neues. Doch neben Platzhirsch Blendle gibt es interessante Mitbewerber im Penny-Media-Geschäft mit durch attraktiven Konkurrenzangeboten…

Um eins gleich zu Anfang klarzustellen: Ein komplettes Medienmonitoring ersetzt Blendle sicher nicht! Dafür ist zum Einen das verfügbare Panel zu klein, zum Anderen sind die digitalen Lizenzrechte auf nur einen Nutzer beschränkt – einfach aus allen für wenig Geld gekauften Artikeln eine Pressespiegel zu erstellen, ist deshalb nicht zulässig. Nichtsdestotrotz bieten Online-Kioske ihren Nutzern die Möglichkeit, werbefrei auf redaktionelle Inhalte zuzugreifen und dabei konkret nur das zu bezahlen, was sie tatsächlich  interessiert. Dabei können – je nach Anbieter – einzelne Artikel, Ressorts oder auch komplette Medien ausgewählt werden. Online-Kioske sollen aufgrund er werbefreien Finanzierung auch die Qualität im Online-Journalismus sichern und zugleich auf unkomplizierte Weise ein umfassendes Angebot für die Leser schaffen. Verlage könnten davon profitieren, weil dieses neue Vertriebsangebot neue Käuferschichten anspricht und unabhängig der klassischen Vermarktungsstrategien genutzt werden kann. Digital-Kioske bieten meist E-Paper-Ausgaben der Magazine. Dies ist sehr praktisch, weil es eine sehr günstige Variante für Verlage darstellt. Somit gestaltet sich der Aufwand eher gering, sich um eine vernünftige digitale Aufbereitung der Inhalte zu kümmern. Der Nutzen für die Leser besteht darin, dass auf unkomplizierte Weise selbst darüber bestimmt wird, welche Inhalte die tägliche Agenda zieren. Auch die Werbung wird einem erspart. Das Lesen von Online-Artikeln kann den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Hier einige Möglichkeiten, mit denen die individuellen Lesevorlieben kombiniert und oft auch geteilt und empfohlen werden können:

Blendle
Mit über hundert Titeln im Angebot startete Blendle im September 2015 in Deutschland. Der Online-Kiosk macht es seitdem möglich, auf einfache Weise Zugang zBlendleu über 100 Medientitel zu erhalten und für nur wenige Cent einzelne Artikel zu kaufen. Bei Nichtgefallen kann man die Artikel zurückgeben und erhält sein Geld zurück. Zu den beliebtesten Titeln auf Blendle zählen derzeit unter anderem der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung und 11 Freunde. Aber auch internationale Titel wie the wallstreet journal und die Washinton Post werden angeboten. Bei Blendle kann man unter anderem Zeitungen und Zeitschriften durchblättern, ausgewählte und meistgelesene Artikel anzeigen lassen, nach Themen und Stichworten suchen, und Beiträge in einem sozialen Netzwerk teilen. Darüber hinaus ist es möglich anderen Nutzern zu folgen und zu sehen, welche Stücke von diesen empfohlen werden.

Pocketstory
Pocketstory war der erste deutsche Web-Kiosk und ging für seine Leser im Mai 2015 online. Pocketstory Der Online-Kiosk zählt die Spiegel-Gruppe und Magazine des Jahr Top Special Verlags zu seinem Sortiment, doch auch Titel wie Galore, Emotion und auch Technology Review sind bei Pocketstory zu finden. Der Online-Kiosk legt das Hauptaugenmerk auf einzelne Artikel. So sollen „die Rosinen aus Heften und Büchern gepickt werden.“ Des Weiteren gibt es eine Mindestlänge von 5000 Zeichen. News, sind somit bei Pocketstory nicht zugänglich, denn Reportagen und Hintergründe werden hier klar bevorzugt. Zudem besteht auch hier die Möglichkeit, ein Interessenprofil anzulegen, um Vorschläge für Artikel zu erhalten.

Newscase
Newscase spezialisiert sich auf das Personalisieren von Nachrichten, wobei klar der Fokus auf das Lesen mit Tablet und Smartphone gelegt wird. Insgesamt werden Inhalte von mehr als 100 Zeitungstiteln aggregiert. Leser können Ressorts und Titel favorisieren und Artikel nach Themen filtern. NewscaseSo kann beispielsweise der Lokalteil der Heimatzeitung mit dem Politikteil einer überregionalen Zeitung kombiniert werden. Zu den Newscase Kooperationspartnern zählen unter anderem der Axel Springer Verlag, Gruner+Jahr, der NZZ und DuMont. Für 9,99€ im Monat erhält man das werbefreie Komplettangebot. Darüber hinaus kann Newscase auch kostenlos genutzt werden, wobei im Falle einer kostenlosen Nutzung nur Inhalte angezeigt werden, welche auch kostenlos im Internet verfügbar sind.

Readly
Ready ist ideal für Viel-Leser. Der Online-Kiosk wirbt mit 700 Zeitschriften, wovon 67 auf Deutsch erscheinen. Auch englische Fachmagazine und ebenso Nischentitel, wie Teddys Kreativ und Puppen und Spielzeug, bietet Readly seinen Lesern. ReadlyEine Besonderheit des Online-Kiosks besteht darin, dass nicht nur aktuelle Versionen der Zeitschriften, sondern auch die Vorausgaben im Angebot sind. Readly bietet ein Flaterate-Abo an, bei welchem das gesamte Sortiment mit 9,99€ pro Monat abgedeckt ist. Von den 67 deutschen Zeitschriften kommen mit der Ausnahme von Vice alle aus den Häusern Funke, Bauer, IDG und Wellhausen&Marquardt. Darüber hinaus werden überwiegend Special-Interest- und Frauenzeitschriften angeboten. Zusammengestellt von Natascha Faulhaber

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