Social Radio, HbbTV und Co: Die smarten Rundfunktrends der IFA 2014

IFA 2014Vergangenen Freitag öffnete die IFA zum 54. Mal ihre Tore. Rund 1.500 Firmen präsentieren Besuchern und Journalisten die Neuheiten aus den Bereichen Consumer Electronics und Home Appliance. Ein Trend war dabei in allen Messehallen dominant: Unsere digitale Zukunft wird von „smarten“ Geräten bestimmt. Auch im Rundfunksektor wird diese Entwicklung konsequent verfolgt: Smart TVs sind längst keine Neuerung, doch auch der Hörfunk rüstet auf und will dank digitaler Möglichkeiten und umfangreichen Zusatzangeboten weg vom Image der reinen Abspielfläche:

Wie werden wir zukünftig fernsehen?
„Mit High-End-Geräten!“, lautet die Antwort der Aussteller. Ein Trend ist in diesem Jahr der Curved TV, also ein Fernseher mit gebogenem Display, der ein plastischeres TV-Erlebnis verspricht. Auch oft zu sehen sind Geräte mit 4K Auflösung, welche etwa der vierfachen Auflösung des herkömmlichen HD-Formats entspricht.

Die neuesten TV Geräte mit Ultra-HD Auflösung. Hier präsentiert von Panasonic.

Die neuesten TV Geräte mit Ultra-HD Auflösung. Hier präsentiert von Panasonic.

Eine notwendige, nicht mehr wegzudenkende Voraussetzung bleibt bestehen: Alle Geräte sind mit dem Internet verbunden. Der TV ist längst kein reines Abspielgerät mehr, sondern ein Gerät, an dem verschiedene Medienkanäle zusammenlaufen. Der Zuschauer hat Zugriff auf Online-Mediatheken, Social Media Applikationen, kann seine eigenen Videos und Bilder aufrufen, im Netz surfen und nicht zuletzt natürlich auch einfach fernsehen.

Auf Rot gehts los: Die ARD wirbt auf der IFA für ihr HbbTV Angebot.

Auf Rot gehts los: Die ARD wirbt auf der IFA für ihr HbbTV Angebot.

Auch die Rundfunkanbieter setzen auf digitale, den smarten Endgerätenangepasste Strategien. So rückt die ARD auf der IFA ihr HbbTV Angebot in den Mittelpunkt. Mit nur einem Knopfdruck soll sich dem Zuschauer ein personalisiertes Fernseherlebnis eröffnen. Aktuell bedeutet dies vor allem schnellen Zugriff zur Online-Mediathek über das TV-Gerät zu haben und somit die Möglichkeit zum zeitversetzten Fernsehen on-demand. Bei besonderen Anlässen wie Themenwochen oder Sportereignissen verspricht die ARD zusätzliche Inhalte zur Verfügung zu stellen.

HbbTV

Scribble TV: Zusatzinfos, Bildmaterial und Social Media Debatten mit nur einem Knopfdruck aufrufbar.

Daran, dass solche zusätzlichen Angebote in Zukunft häufiger eingesetzt werden, arbeitet ein Forschungsgruppe des Frauenhofer Fokus Instituts in Zusammenarbeit mit dem RBB. Die Experten entwickelten eine App, die Redakteuren auf einfache Weise ermöglicht ihre eigenen HbbTV Inhalte zu generieren. Bislang wurde die Erstellung solch interaktiver Angebote meist auf spezialisierte Firmen ausgelagert: ein langwieriger und kostenintensiver Prozess. Mit der App „Scribble TV“ können Redakteure nun schnell und eigenständig TV-Inhalte mit programmbezogenen, interaktiven Zusatzangeboten ergänzen. Denkbar ist zum Beispiel die Einbettung aktueller Social Media Debatten (wie es zum Beispiel beim Tatort schon etabliert ist), oder die Bereitstellung zusätzlicher Hintergrundinformationen und Bildmaterials. Seinen ersten Einsatz wird das Tool am 9. November im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des Mauerfalls finden. Den Smart TV Zuschauer erwartet nach Aussage des RBB dabei ein 25-stündiges, innovatives Komplett-Erlebnis.

Digitalradios

Für jeden Geschmack das passende Modell: Die neuen Digitalradios auf der IFA.

Wie werden wir Radio hören?
In Zukunft soll kein Weg mehr am Digitalradio vorbeiführen.
Bislang konnten sich UKW-Radios zwar noch standhaft gegen ihre digitalen Ablöser behaupten, dies wird sich jedoch ändern. Laut dem Digitalisierungsbericht der Medienanstalten nutzen aktuell bereits 7,5% der deutschen Haushalte ein digitales Radio. Das sind 67% mehr als noch im Vorjahr.
Auf der IFA werden die neuesten und schicksten Modelle präsentiert. Von Retro-Look bis zum futuristischen Design ist alles dabei. Besonders gefragt sind dabei Geräte mit eingebauten großen Displays, denn dank des digitalen Übertragungsstandards DAB+ werden über das Radio zusätzliche Informationen an das Gerät geschickt. Dies sind zum einen Programminfos wie Musikinterpreten, Songtitel und Albumcover, zum anderen aber auch Texte, Nachrichten, Verkehrsmeldungen, Bilder und ganze Clips. Anstelle des eingebauten Displays können Nutzer für diese zusätzlichen Angebote aber auch einen anderen Second Screen nutzen: Viele Geräte lassen sich mit einem Smartphone oder Tablet verbinden.

Digitale Welt

Rundfunk: Schon angekommen in der digitalen Welt?

Die technischen Rahmenbedingungen sind längst geschaffen.
Jetzt gilt es mit den Inhalten nachzuziehen. Vielfältigere Ideen, neue Kampagnen und dynamische Inhalte müssen her, um mit TV und Radio auch inhaltlich in der digitalen Welt anzukommen.

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