„Was mit Medien“ studieren: Hier werden Deutschlands Medienforscher ausgebildet

Hier sind Kommunikationswissenschaftler gut aufgehoben: Campus der ©Uni Mainz.

Kommunikation analysieren, Medienmärkte erforschen und  PR-Strategien entwickeln: Die Aufgaben von Medienexperten sind vielfältig  – genau wie ihre akademische Ausbildung. Kommunikationsexperten haben einen vielfältigen fachlichen Hintergrund, sind Sozialwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler oder auch Quereinsteiger. Ein klassischer Zugang zum Berufsfeld ist ein Studium der  Kommunikationswissenschaft, der Publizistik oder auch der Medienwissenschaft. Doch an welcher Universität sind Studierende am besten aufgehoben? Ich habe mir die bekanntesten Einrichtungen genauer angesehen und nach Tradition, Anzahl der Professuren und Studierenden sowie Bekanntheit der Lehrenden beurteilt. Diese 10 staatlichen Medien-Unis gehören zu den rennomiertesten und bekanntesten:

#1 Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Mainzer Publizistik ist von großen Namen wie Elisabeth Noelle-Neumann, Hans Mathias Kepplinger oder Jürgen Wilke geprägt. Die Professoren der Mainzer Schule machten sich vor allem in den 1970er Jahren einen Namen und waren maßgeblich an der Methodenentwicklung des Fachbereichs beteiligt. Auch heute forscht die Universität Mainz weiterhin an der Spitze. Studierende können in Mainz den Bachelor in Publizistik absolvieren und ihr Wissen in einem der kommunikationswissenschaftlichen Master vertiefen.

#2 Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Auch die Wilhelms-Universität in Münster kann auf eine lange Tradition der akademischen Kommunikationswissenschaft zurückblicken. 1919 als Lektorat für Pressekunde gegründet, ist das kommunikationswissenschaftliche Institut eines der ältesten der Bundesrepublik. Der Studienstandort Münster konnte seine Relevanz über die Jahre beibehalten und ist mit seiner theoretischen und empirischen Ausrichtung auch heute eine der bekanntesten Adressen für Studierende der Kommunikationswissenschaft. Die Münsteraner Professoren Dr. Armin Scholl und Dr. Klaus Merten sind bundesweit unter anderem wegen ihrer Methoden-Standardwerke zu Befragung und Inhaltsanalyse bekannt.

#3 Ludwig-Maximilians-Universität München
Eine weitere Universität mit langer kommunikationswissenschaflicher Tradition ist die LMU in München. 1922 wurde hier die erste Professur für Zeitungskunde vergeben. Heute können Studierende Kommunikationswissenschaften sowohl auf Bachelor als auch auf Masterniveau studieren. Für die fundierte Methodenausbildung der Studierenden ist unter anderem Prof. Dr. Hans-Bernd Brosius verantwortlich. Brosius ist Autor mehrerer verbreiteter Methodenbücher und Standardeinführungen in den Fachbereich.

#4 Universität Leipzig
In Deutschland fand das Fach seine Ursprünge in der Zeitungswissenschaft. An der Universität Leipzig wurde 1916 das erste deutsche Institut für Zeitungskunde von Karl Bücher gegründet. Nach der Wende konnte das Institut seine kommunikations-und medienwissenschaftliche Tradition weiterführen und bietet aktuell einen Bachelorstudiengang sowie mehrere Masterstudiengänge mit verschiedenen kommunikationswissenschaftlichen Vertiefungen an. Der Fachbereich der empirischen Kommunikations-und Medienforschung wurde vor allem durch den nunmehr emeritierten Professor Dr. Werner Früh bekannt: Er prägte die kommunikationswissenschaftliche Methodenlehre vor allem auf dem Gebiet der Inhaltsanalyse entscheidend mit.

#5 Freie Universität Berlin
Auch Hauptstadt und Medienstandort Berlin ist ein Anziehungspunkt für Studierende der Kommunikationswissenschaften. Das Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität blickt dabei auf eine über 60-jährige Tradition zurück. Neben einem Bachelorstudiengang der Publizistik wird ein Master mit Vertiefung auf politische Kommunikation und Medienforschung angeboten. Die Professoren der Arbeitsstelle Medienanalyse/ Forschungsmethoden Dr. Joachim Trebbe und der emeritierte Dr. Hans-Jürgen Weiß haben sich vor allem im Bereich der Fernsehforschung einen Namen gemacht.

#6 Technische Universität Dresden
An der TU Dresden können sich Studierende bereits ab dem Bachelor auf Medienforschung spezialisieren. Angeboten wird ein Studiengang „Medienforschung/ Medienpraxis“ sowie ein darauf aufbauender Master „Angewandte Medienforschung“.
Institutsleiter Prof. Dr. Wolfgang Donsbach ist in Fachkreisen und darüber hinaus unter anderem als Herausgeber der International Encyclopedia of Communication“ bekannt.

#7 Technische Universität Ilmenau
Eines der größten Institute für Medien- und Kommunikationswissenschaften liegt in einer Kleinstadt in Thüringen. Die TU Ilmenau bietet Studierenden ein breit aufgestelltes Angebot medienrelevanter Studiengänge, von Medieninformatik bis hin zu Medienwirtschaft. Prof. Dr. Jens Wolling, Leiter des Fachbereichs Empirische Medienforschung, sorgt mit seinen Kollegen für eine fundierte Methodenausbildung der Ilmenauer Studierenden.

#8 Universität Erfurt
Der Studienstandort Erfurt ist vor allem für seine Spezialisierung auf Kinder und Jugendmedien bekannt und arbeitet eng mit dem ortsansässigen Kinderkanal zusammen. Andere Schwerpunkte der Erfurter Kommunikationswissenschaftler sind Medienintegration, soziale Kommunikation oder Kommunikationskulturen. Studierende haben die Möglichkeit sich in einem Masterstudiengang auf Kommunikationsforschung zu spezialisieren.

#9 Universität Hohenheim
Seit den 1970er Jahren bietet die Universität Hohenheim ein kommunikationswissenschaftliches Studium an. Die bekanntesten Professoren in den Anfangsjahren waren Manfred Rühl und Gerhard Maletzke – beide „Klassiker“ ihres Faches. Heute deckt das Institut für Kommunikationswissenschaft mit seinen sechs Lehrstühlen ein breites fachliches Spektrum ab und hat sich insbesondere praxisnahen Fragestellungen und Forschungsfeldern verschrieben.

#10 Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald
Die Greifswalder Institut für Politik- und Kommunitionswissenschaft verfügt über zwei kommunikationswissenschaftliche Professuren. Professor  Dr. Patrick Donges hat sich vor allem als Experte für politische Kommunikation einen Namen gemacht. Nach einem allgemeinen Bachelorstudium der Kommunikationswissenschaft können sich Studierende im Master auf Organisationskommunikation oder den Schwerpunkt „Sprache und Kommunikation“ spezialisieren.

Die aufgeführten Studienstandorte stellen lediglich eine Auswahl dar.
Eine detaillierte Orientierungshilfe für die richtige Studienwahl und einen Überblick über alle Bachelor und Masterstudiengänge liefert unter anderem der Hochschulkompass.

 

 

 

 

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