Medien: Berlin ist Gründerhochburg mit kleinen Fehlern

preceptor hat die Berichterstattung zum Gründerstandort Berlin in der deutschen Presse untersucht. In den überregionalen und regionalen Print- und Onlinemedien des eingeschränkten Medienpanels erschienen im 1. Quartal 2014 41 Beiträge über Berlin als Standort für Start-ups, darunter in Spiegel Online, Zeit Online, Die Welt, Handelsblatt und Berliner Morgenpost. Berlin wird überwiegend als virile Gründerstadt dargestellt – mit genügend Potenzial, die globale Konkurrenz aufzumischen.

So schreibt Spiegel Online am 25. Februar: „Die deutsche Hauptstadt entwickelt sich zur Gründerhochburg und könnte dem dynamischen Tel Aviv den Rang ablaufen.” Die Berichterstattung im Erhebungszeitraum konzentriert sich auf fünf Branchen: IT & Telekommunikation, Internet allgemein, Medien &  Kreativwirtschaft, Elektronik & Technik sowie Energie & Umwelt. Auffällig: zu den Branchen Tourismus & Gastronomie, Pharma & Gesundheit sowie Dienstleistung & Handwerk fand nur periphere oder keine Berichterstattung statt.Die IT- & Telekommunikationsbranche erfährt als einzige eine tendenziell negative Bewertung: Vor allem den Vergleich mit der Start-up-Szene des Silicon Valleys hält Berlin nicht stand: Nach einem Jahr habe ein deutsches Start-up vielleicht 100.000 Kunden, zitiert das Handelsblatt vom 3. Januar LinkedIn-Mitgründer Konstantin Guericke, das amerikanische habe dagegen mit einem gleich guten Produkt schon eine Million. Und der Tagesspiegel kritisiert am 23. Februar: „Obwohl die Stadt seit Jahren Gründer anzieht, ist hier bislang keine IT-Firma entstanden, die auch nur annähernd mit den Großen der Branche wie Google, Twitter oder Facebook mithalten kann.“

Beim Thema Venture Capital wird Berlin das größte Potenzial aller deutschen Städte zugeschrieben und ein weiterer Investitionsaufschwung prognostiziert. Die Berliner Morgenpost bezeichnet die Hauptstadt als den „neuen deutschen Hot-Spot des Risikokapitals“. Zugleich bewerten andere Medien die Kapitalausstattung in Berlin als zu dünn, gerade gegenüber anderen Standorten. So schreibt die Börsen-Zeitung am 22. Januar, in den USA werde 25 Mal so viel Risikokapital in junge Firmen investiert wie in Deutschland. Und das Handelsblatt konstatiert am 24. Februar: Obwohl mit Venture-Capital finanzierte Unternehmen bereits 56 Prozent aller im Jahr 2013 finanzierten deutschen Unternehmen ausmachen, sei das im Vergleich zur Situation in den USA noch wenig.

Viel Lob erhielt die Infrastruktur: Berlin habe große Flächen zur Verfügung und biete immer noch günstige Büromieten. Die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten seien zudem attraktiv für junge Talente. Obwohl mehrere Medien ihre Zweifel an der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Berliner Startup-Szene formulieren, wird ihr überwiegend ein großes Entwicklungspotenzial zugesprochen. Leonie Schulz

140404_Gründerstandort_Berlin_in_Medien_2014

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