Fingerwisch am Frühstückstisch: Digitale Alternativen zur Zeitung

dog bringing newspaperDer Geruch des Papiers, die dünnen Blätter zwischen den Fingerspitzen, das Rascheln beim Umblättern – die Zeitung war ein Erlebnis für alle Sinne. Aber jetzt wird das Zeitunglesen digital, es wird mobil, es wird schneller. Nachrichten können inzwischen auf drei Arten digital genutzt werden: Online, als E-Paper oder als App.

Online / Alle Inhalte sind für Suchmaschinen optimiert und an Lesegewohnheiten der Internetnutzer angepasst: Lange Beiträge sind kürzer als in der gedruckten Ausgabe und auf mehrere klickbare Seiten verteilt, Fotostrecken ausgelagert – das Layout der Beiträge entspricht nicht dem der Zeitung. Neuere, in HTML5 programmierte Medienportale passen ihr Erscheinungsbild zudem automatisch an die genutzten Endgeräte an. Zu unterscheiden sind kostenlose und kostenpflichtige Onlineangebote: Erstere stellen nur einen Teil der Inhalte aus der gedruckten Zeitung zur Verfügung. Bei den kostenpflichtigen findet man in Deutschland häufig das „Metered-Model“ und das „Freemium-Model“. Bei dem Metered Model, (z. B. welt.de), sind einige Artikel frei zugänglich, danach wird das Lesen kostenpflichtig. Beim Freemium-Modell (z. B. bild.de) sind tagesaktuelle Neuigkeiten kostenfrei, Premiumcontent muss hingegen bezahlt werden. Dem Gefühl einer „richtigen Zeitung“ kommt eine zweite Möglichkeit näher:

E-Paper / Durch Übernahme des Originallayouts inklusive aller Texte, Bilder und Anzeigen sowie der Möglichkeit, per Mausklick oder Fingerwisch zu blättern, kommt das E-Paper dem Zeitungsgefühl am nächsten. Zusätzliche Vorteile: Die digitale Zeitung wird den Abonnenten bereits am Abend vor Erscheinen der gedruckten zugestellt, Volltextsuche, Speichern einzelner Artikel und Lesen im Offline-Modus sind möglich. Oft ist diese elektronische Variante sogar billiger. Seit 2001 die Rhein-Zeitung als weltweit erstes Blatt eine E-Paper Ausgabe ihres Printprodukts anbot, durchlief die digitale Zeitung eine steile Karriere. Heute findet sich kaum ein Verlag, der diese weitere Distributionsform nicht für den Leser bereit hält. 2.745 Titel mit einer verkauften Auflage von 483.216 Exemplaren sind aktuell bei der IVW gemeldet. E-Paper lassen sich an PC , Tablett-PC oder Smartphone betrachten. Die Lesefreundlichkeit des Zeitungsformats ist jedoch bei kleineren Displays nicht immer gegeben. Lästiges Zoomen und permanentes Scrollen kann mit der Nutzung einer dritten digitalen Variante umgangen werden:

Apps / Immer mehr Apps stehen zur Verfügung, um Nachrichteninhalte digital zu konsumieren: kostenlose und kostenpflichtige Miniprogramme von einzelnen Medien wie Spiegel oder Süddeutsche (die via Push-Nachrichten oder RSS auch Eilmeldungen aufs Handy schicken), Kiosk-Apps, die E-Paper verschiedener Medien anbieten, News Generatoren wie Flipboard oder Pulse, die aus den persönlichen Vorlieben eines Nutzers und seinen Facebook- und Twitter-Meldungen einen individuellen Nachrichtenstrom zusammenstellen, und Apps wie niiu, über die einzelne Ressorts von verschiedenen Zeitungen abonniert werden und zu einer Patchwork-Zeitung zusammen gestellt werden können. Ein Nachteil haben alle: Sie ähneln eher den Onlineinhalten, stellen nur einen Teil der Inhalte der gedruckten Ausgabe zur Verfügung und verwenden ein eigenständiges Layout. Die Vorteile sind: Startseite, Ressort- oder Artikelauswahl lassen sich personalisieren, Beiträge können geliked, kommentiert und geteilt werden. Auch Videos, Audiobeiträge oder Bildgalerien lassen sich optimal in einer App einbinden. Zudem kennt die Zeitungs-App keinen Redaktionsschluss: aktueller können Leser kaum informiert werden! Leonie Schulz

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