Sind Pressesprecher gegen den Fortschritt?

 

Sie herrschen noch in vielen Pressestellen: Papier, Schere, Steinzeit!

Sie herrschen noch in vielen Pressestellen: Papier, Schere, Steinzeit!

Kaum zu glauben, aber mitten im digitalen Zeitalter arbeiten manche Pressestellen noch immer mit Papierausschnitten aus Zeitungen und produzieren Tag für Tag Berge von Altpapier! Aufwand und Fehlerquote für diese Form der Medienbeobachtung sind beträchtlich: Zeitungen und Zeitschriften werden von Hand durchblättert, passende Artikel ausgeschnitten und mit der Post verschickt. Dabei stehen längst 95% der deutschen Tageszeitungen digital zur Verfügung, sie können im Volltext nach Suchbegriffen durchsucht und augenblicklich per E-Mail verschickt oder über ein Onlineportal bereitgestellt werden. Warum also die Fixierung auf Papierclippings?

Bei vielen sicherlich Gewohnheit und zu wenig Beschäftigung mit dem Thema: Das war eben schon immer so! Bei anderen – gerade ehemaligen Journalisten, die jetzt in der Pressestelle tätig sind – sicher auch Liebe zum bedruckten Papier: Etwas steht schwarz auf weiß, unabänderlich da, kann abgeheftet werden und dient bei Bedarf als Beleg. Dass man digitale Clippings komfortabel archivieren und viel einfacher wiederfinden kann, wird dabei leicht vergessen.

Auch stehen immer mehr Fach- und Publikumszeitschriften digital zur Verfügung, der Anteil der Medien, die bei Bedarf im Originallayout zu haben sind, nimmt permanent zu. Falls Spezialtitel (noch) nicht als E-Paper vorliegen, können sie leicht manuell hinzugefügt werden. Größter Vorteil der digitalen Printclippings aber ist die einfache Integration der verschiedenen Mediengattungen in einen einheitlichen Medienspiegel: So können alle Entschieder jeden Morgen alle relevanten Beiträge aus Print, TV, Hörfunk, Online News und Social Media in EINEM Dokument per E-Mail erhalten – wahlweise als PDF, Text, HTML oder smartphone-optimiertem HTML. Versuchen Sie das mal mit Papierausschnitten!

Und was was ist jetzt mit dem angeblich höheren Preis? Tatsächlich müssen für jedes Digitalclipping Lizenzgebühren an die VG Wort-Tochter Pressemonitor abgeführt werden. Bei Papierausschnitten muss keine Lizenzgebühr gezahlt werden, denn die steckt für bis zu 8 Kopien schon im Kaufpreis der Zeitung. Und die Urheberrechtlizenzen für die digitalen Clippings sind nicht ohne: Für bis zu zehn Nutzer kostet ein Artikel im Durchschnitt 2,55€ – ein Papierclipping je nach Anbieter und Medium um 1,50€. Bei der Kostenbetrachtung wird aber eines gern außer Acht gelassen: Bei Paperausschnitten kostet JEDE Unterausgabe diese 1,50€. Das macht bei einem Mutterblatt wie der WAZ mit 30 Unterausgaben schnell mal 45€ pro Artikel! Bei Digitalclippings beschränkt man sich auf die Hauptausgabe und die kostet einmalig 2,55€. Gleichlautende Artikel in Unterausgaben werden im System vermerkt und automatisch bei der Medienanalyse der Reichweite hinzu addiert. Ersparnis pro Beitrag: 42,45€!

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