Deutsche Blogosphäre – Spitzenleistungen in der Nische oder Alternativen zu klassischen Medien?

imageEine Analyse der Blogginglandschaft in Deutschland haben Studierende und Wissenschaftler der Fachhochschule Mainz in ihrem Buch „Deutschland Deine Blogger – Ein persönlicher Report über die Blogosphäre“ vorgenommen. In vielen Einzelportraits stellen sie Blogger aus den unterschiedlichsten Bereichen vor: von Watchblogs wie http://www.spiegelblog.net, Modeblogs (http://www.niewunschfrei.com), Unternehmsblogs (http://blog.daimler.de) über Börsenblogs (http://dieboersenblogger.de) hin zu Ratgeberblogs (http://www.tipps-tricks-kniffe.de) ist alles dabei. Die deutsche Blogosphäre erscheint auf den ersten Blick stark diversifiziert: es gibt viele Blogs, die eine spezielle Zielgruppe bedienen und in ihrem Bereich mit Expertenwissen punkten können. Doch kann damit auch eine alternative Öffentlichkeit hergestellt und Reichweite erzielt werden? Ist es möglich wie in den USA mit dem Bloggen Geld zu verdienen und bekannt zu werden? Diese Fragen versuchen die Autoren Andrea Beyer und Lothar Rolke zu beantworten. Kathrin Womser stellt die interessantesten Erkenntnisse sowie einige ausgewählte Blogs hier vor.

Zunächst stellen die Autoren fest, dass sich die deutsche Blogosphäre in einer Konsolidierungs- und Profilierungsphase befindet. Bislang erzielen selbst die bekanntesten Blogs (wie etwa der Bildblog) noch keine hohen Reichweiten, liefern jedoch Spitzenleistungen, die von den Lesern auch durchaus geschätzt werden. Deutsche Blogger sind untereinander sehr gut vernetzt, nicht nur innerhalb der Blogger-Gemeinde, sondern auch mit etablierten Medien. Soziale Netzwerkseiten dienen darüber hinaus aus Verstärker und Multiplikatoren der Inhalte. In der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie geben 7 % der deutschen Onlinenutzer an gelegentlich oder regelmäßig Weblogs zu nutzen, dieser Wert ist seit 2010 stabil. Innerhalb dieser relativ kleinen Community hat sich die Blognutzung demnach etabliert und gefestigt.
Nach Angaben von Beyer & Rolke lassen sich zwei Dimensionen innerhalb der Blogosphäre unterscheiden: Die Anbietertypologie und die Angebotstypologie. Bei den Anbietern handelt es sich eher um Einzel- und Privatpersonen, die einen Blog eher hobbymäßig betreiben, bei Angeboten um organisierte publizistische Blogs, hinter denen bspw. auch ein Unternehmen stehen kann. Für die Zukunft sehen die Autoren vor allem hohe Qualität und eine regelmäßige Leserschaft im Fokus der Blogger. Als Erfolgsstrategien identifizieren sie zum Einen die Expertenstrategie und zum Anderen die Massenstrategie. Experten können im Internet als Meinungsführer fungieren und Orientierung bieten, dadurch entsteht eine Öffentlichkeit, die sowohl Blog als auch Blogger zu Erfolg verhilft. Blogs, die hingegen ein publizistisches Nischenprodukt bedienen, damit jedoch ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erzielen, können dadurch für Werbetreibende interessant werden.

Ein Beispiel für einen Blogger, der Inhalte aus seinem beruflichen Alltag auf seinem Blog weiterführt ist Pares Nuri. Er schreibt in seinem Kommunikations-Blog (http://www.kommunikations-blog.de/) über Nachrichten aus Journalismus, PR und Werbung. Das Blog sieht er mehr Hobby, die Beiträge entstehen durch die alltägliche Lektüre von Fach- und Branchenmagazinen. Interessante PR-Ideen greift er auf und fasst aktuelle Entwicklungen in der Medienbranche zusammen.

Mirjam Stecker betreut den Blog der Agentur DAMM & BIERBAUM (http://www.dammbierbaumblog.de/), schreibt dort über den Agenturalltag, Personalien, Auszeichnungen und neue Kampagnen der Agentur. Der Blog stellt ein Puzzleteil in der Agenturkommunikation dar und zeigt, wie sich Unternehmen die neuen Entwicklungen im Web zu Nutze machen können.

Wenn nun das Interesse an einem eigenen Blog geweckt wurde, halten die Autoren noch ein paar Tipps bereit, die den Weg zum eigenen Blog erleichtern. Anhand des Anbieters WordPress wird in drei Schritten erklärt, wie man einen Blog enlegen kann:
Schritt 1: Konto bei WordPress anlegen und prüfen, ob die gewünschte Blog-URL noch frei ist. Weitere Einstellungen wie der Blogtitel, die Auffindbarkeit des Blogs und das Design können später geändert werden.
Schritt 2: Auf der de.wordpress.com Startseite mit den Benutzernamen anmelden, das eigene Benutzerkonto erkunden und sich mit den Daten vertraut machen.
Schritt 3: Die Funktionen verstehen. Dazu zählen das Dashboard (Zusammenfassung aller wichtigen Informationen zum Blog), die Artikel (über diese Seite können Beiträge bearbeitet und veröffentlicht werden) sowie Statistiken, Links, Designs und viele weitere Funktionen.

Das Buch gibt einen guten Überblick über aktuelle und interessante deutsche Blogs. Dabei wird ein breites Spektrum aufgezeigt, neben kreativen Ideen, guten Artikeln findet man dort auch Anreize weiter in die Blogosphäre einzutauchen und eventuell selbst zum Blogger zu werden. Ausführliche Portraits der Blogger, mit persönlichen Erfahrungen und Beweggründen sowie die Tipps für den eigenen Blog kann man hier nachlesen:

Andrea Beyer/Lothar Rolke: Deutschland Deine Blogger. Ein persönlicher Report aus der Blogosphäre. Mainz 2013. Preis: 12 Euro zzgl. Versandkosten. ISBN 978-3-9800607-2-1

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