Writeprint

Der „writeprint“ oder „schriftliche Fingerabdruck“ bezeichnet den persönlichen Schreibstil einer Person. Er zeichnet sich u. a. durch den Umfang des Sprachschatzes, Satzbaumuster, Vorlieben für einzelne Wörter und individuelle Schreibweisen aus. Jeder Schreibende erschafft dadurch – bewusst oder unbewusst – ein Sprachprofil. Das machen sich Linguisten zunutze, die Verfahren entwickelt haben, mit denen sie Autoren anonymer Texte ermitteln oder Rückschlüsse auf spezifische Eigenschaften eines Verfassers ziehen können. Das bekannteste Einsatzgebiet dieser Verfahren ist die Kriminalistik. Das Bundeskriminalamt beschäftigt forensische Linguisten, die auf der Grundlage von anonymen Drohbriefen Täterprofile erstellen oder den „writeprint“ in Bekennerschreiben mit dem Schreibstil in Schriftstücken von Verdächtigten abgleichen. Die Einzigartigkeit eines richtigen Fingerabdrucks weist der „writeprint“ jedoch nicht auf. Sprache ist ein gesellschaftliches Medium und unterliegt Wandlungen und Konventionen. Je nach Situation, Zielgruppe und Intention passen wir unseren Sprachgebrauch an und „verfälschen“ somit unseren Abdruck.

Eine Antwort zu “Writeprint

  1. Pingback: Autorenprofiling: “writeprint” verrät anonyme Schreiber | Widerhall

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