​Google News Alert: Kostenlos, aber nicht unabhängig

Ein kleines Comic-Gehirn stämmt ein Gewicht.

Selbst der intelligenteste Crawler braucht Training! (Bild: Julien Tromeur, Fotolia.com)

Google News Alerts sind Benachrichtigungen per E-Mail über neue relevante Google-Ergebnisse, die Sie bei Suchanfragen angegeben haben. Das können Newsmeldungen, Blogs oder Videos sein. Die Vorteile von Google News Alert sind insbesondere der Preis sowie die Schnelligkeit. Die Einrichtung von Google News Alert ist nämlich kostenlos und man kann die Benachrichtigungen täglich, wöchentlich oder zeitgleich mit Auffinden des neuen Treffers bestellen. Demnach ist es möglich die Ergebnisse zu erhalten, sobald diese ins Netz gestellt und vom Google News Crawler (Suchroboter) gefunden wurden. Es werden keine Lizenzgebühren für die Inhalte fällig, denn Sie erhalten nur eine Überschrift, die Wortumgebung des Treffers, Medientitel, Datum und den Link zum eigentlichen Artikel. Google ist unbestritten die beste Suchmaschine der Welt mit dem größten Medienpanel und liefert somit eine Menge Daten.

Allerdings sind mit der ausschließlichen Nutzung dieses Dienstes auch einige Nachteile verbunden. So ist der Google News Alert selbst eine Blackbox: Es ist nicht klar, welche Nachrichtenmedien durchsucht werden und welche nicht. Demnach ist es auch nicht möglich, das Medienpanel an die besonderen Suchbedürfnisse des Nutzers anzupassen, bestimmte Webseiten können nicht hinzugenommen oder weggelassen werden. Die Suche selbst unterliegt dem PageRank von Google: Nur die Seiten werden durchsucht, denen Google ein Mindestmaß an Relevanz beimisst. Dieser Relevanzgrad muss sich aber nicht mit dem Suchinteresse des Nutzers decken. Einen sehr hohen PageRank hat beispielsweise das Medium Spiegel Online. Für ein Unternehmen, das z. B. Spiegel herstellt oder vertreibt, ist dieses Medium aber keinesfalls so relevant wie die Seiten bestimmter Fachmedien zum Thema Glasspiegel. Die Liste der Suchergebnisse sieht für jeden anders aus, denn die Präferenzen des Nutzers, auf dessen Konto die Suche angelegt wurde, fließen in die Ergebnisauswahl ein.

Ein weiterer Nachteil ist, dass der Nutzer  bei der Einrichtung der Suche nicht beraten wird. Viele Nutzer programmieren daher den Alert fehlerhaft und erhalten falsche oder nur einen Teil der Ergebnisse. Auch bei späteren Fragen oder Problemen gibt es keinen Kundensupport. Weiterhin ist der Google-News-Crawler nur eingeschränkt programmierbar, so fehlt zum Beispiel die Funktion „Suchen in der Nähe von“, die einen Mindest- oder Maximalabstand zwischen Suchwörtern definiert.

Und schließlich gibt es auch kein Archiv für die relevanten Treffer. Der Benutzer kann die Hinweise nicht ablegen, zu Pressespiegeln weiterverarbeiten, mit einer Stichwortsuche wiederfinden oder mit anderen teilen könnte. Wenn man sich später noch einmal einen oder mehrere Hinweise anschauen will, muss man alle E-Mails durchsuchen und sämtliche Links überprüfen.

Fazit: Die Benachrichtigung über Treffer durch Google Alerts ist zwar hilfreich, allerdings ersetzt sie nicht die Onlinebeobachtung durch einen unabhängigen Crawler, der Meldungen aus den verschiedenen Quellen wie News, Blogs, Facebook, Twitter bündelt, archiviert und so für den Nutzer sichert und nutzbar macht. Kathrin Womser

3 Antworten zu “​Google News Alert: Kostenlos, aber nicht unabhängig

  1. Vielen Dank für diesen Artikel

  2. Ich bin am verzweifeln, meine Chefs haben mir den Auftrag erteilt Google Alerts zu nutzen um Ausschreibungen aus dem Netz zu fischen. Ist das überhaupt möglich???Kann Google Alerts Veränderungen auf jeder Seite registrieren, welche ich zuvor mit site:…..de+ Stichwort oder anders herum beschrieben habe. Finde 0 Informationen im Netz. Danke an alle die mir Hinweise geben können.

  3. Hallo Herr Friedl,
    theoretisch ja, praktisch gibt es Seiten, die sich bewusst von Suchmaschinen nicht durchsuchen lassen und das über einen Hinweis im Quelltext ausschließen (robots.txt). Darüber hinaus gibt es auf vielen Seiten geschützte Bereiche, die erst nach Anmeldung vollständig gelesen werden können, z. B. bei Sozialen Netzwerken (Google – und auch wir – können nicht private Kommentare crawlen) und natürlich bei Ausschreibungsportalen, denn deren Geschäftsmodell ist es ja, diese Informationen zu verkaufen. Wenn die Suchmaschine oder ein kommerzieller Monitoringdienst alles umsonst fände, könnten sich Vergabe24 und andere die Mühe sparen.
    Herzliche Grüße
    Oliver Numrich

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