4 Wege, um Fremdartikel auf der eigenen Webseite zu veröffentlichen

Copyright Fotolia.comWenn Sie einen fremden Text auf der eigenen Webseite veröffentlichen möchten, müssen Sie einen der 4 nachfolgend skizzierten Wege gehen. Keinesfalls zulässig ist das Veröffentlichen einer Kopie, einer Abschrift, einer Fotografie oder eines Scans vom Text, Teilen des Textes oder verwendeten Bildern ohne Absprache mit den Urhebern, dem Verlag oder einem Wahrnehmungsberechtigten wie VG Wort oder PMG.

1. Weg: Link setzen
Setzen Sie einen direkten Link von Ihrer Seite zum Artikel auf der Webseite des Mediums, das den Artikel veröffentlicht hat.
Vorteile

  •  keine Lizenzkosten
  • lizenzrechtlich korrekt
  •  ohne Absprache mit Urheber möglich
  • schnell und leicht einzurichten

Nachteile

  • Auf der eigenen Webseite stehen nur die Überschrift und ein Einleitungssatz
  •  Besucher werden von Ihrer Webseite zu einer fremden Webseite gelenkt und kommen eventuell nicht zurück
  • Sie haben keinen Einfluss darauf, ob der Beitrag, auf den der Link verweist, aktualisiert, geändert oder gelöscht wird.
  • Viele Medien bieten Artikel nur begrenzte Zeit unter der originären Webadresse (URL) an, danach wandern sie ins Archiv und werden entweder unter einen neuen URL oder gar nicht mehr frei zugänglich gemacht.

2. Weg: Zitieren
Sie zitieren die entscheidenden Sätze aus dem Artikel und fassen ggf. einen weiteren Teil des Inhalts in eigenen Worten zusammen, so dass eine eigene kreative Leistung entsteht, die nicht lizenzpflichtig ist.
Vorteile

  • keine Lizenzkosten
  •  die wichtigsten Inhalte werden dokumentiert

Nachteile

  • kostet Zeit
  • gibt nur kleinen Teilausschnitt der Meldung wieder
  • Meldung darf nicht den Originalton wiedergeben, der aber wichtig sein kann
  • zu lange und detaillierte Zusammenfassungen sind nicht statthaft und könnten Rechteinhaber verärgern oder zu rechtlichen Schritten veranlassen.

3. Weg: Genehmigung einholen
Sprechen Sie direkt mit dem Autor oder dem Verlag und bitten Sie um die Genehmigung, den Artikel auf  Ihrer Webseite zu veröffentlichen. Ggf. wird ein kleines Honorar fällig (siehe Beispiel). Sie benötigen ein schriftliches Einverständnis. Formulieren Sie deshalb eine kurze E-Mail mit Ihrem Ansinnen an den Autor bzw. den Verlag und bitten Sie um eine schriftliche Bestätigung per E-Mail oder besser noch per Fax, aus der das Einverständnis hervorgeht. Vergessen Sie nicht, unter dem Artikel zu vermerken, dass er in Absprache mit dem Autor bzw. dem Verlag nachgedruckt wurde.

Vorteile

  • kostenlos oder gegen geringe Honorar
  • urheberrechtlich korrekt

Nachteile

  • individuelle Absprachen in jedem Einzelfall erforderlich
  • mögliche Kosten für Honorare

Wie erhalte ich die Nutzungsrechte?
Wenn Sie die Erlaubnis für einen Nachdruck einholen, sollten Sie sich zuerst direkt an den Journalisten wenden, der den Beitrag verfasst hat – sofern er mit Namen oder Kürzel genannt wurde oder auf anderem Wege identifizierbar ist. Nutzen Sie die Gelegenheit, um dem Autor für seinen Beitrag über Ihre Organisation zu danken. Wenn der Journalist beim Medium, das den Beitrag veröffentlichte, fest angestellt ist, kann der Verlag einer Zweitverwertung zustimmen. Ggf. muss der Redakteur vor seiner Zustimmung Rücksprache mit dem Geschäftsführer halten. Wurde der Artikel von einem freien Mitarbeiter verfasst, kommt es auf die vertraglichen Vereinbarungen zwischen ihm und dem Verlag an, ob er allein den Abdruck auf Ihrer Webseite genehmigen kann, oder ob der Verlag einbezogen werden muss. Sprechen Sie in Zweifelsfällen sowohl mit dem Autor als auch mit dem Verlag über Ihr Anliegen. Sollten unterschiedliche Standpunkte über die Genehmigungsfähigkeit Ihrer Anfrage bestehen, sollten Sie einen anderen Weg für die Übernahme des Artikels auf Ihrer Webseite wählen.

4. Weg: Lizenzierung über PMG
Auch für die Veröffentlichung eines Fremdartikels auf Ihrer eigenen Webseite bietet Pressemonitor ein Abrechnungsmodell an. Die Lizenzierung erfolgt analog zur Abrechnung von nicht-Pressespiegel-fähigen Artikeln über die Internetseite der PMG. Der Preis richtet sich dabei nach der Höhe der Zugriffe auf Ihre Webseite und der Dauer der Onlineveröffentlichung. Fragen Sie den Webmaster Ihrer Onlinepräsenz danach, wie hoch der durchschnittliche Besucherandrang auf Ihrer Homepage pro Monat ist, dann haben Sie einen Richtwert für die Kosten, die Ihnen bei der Abrechnung mit der PMG entstehen und können diesen 4. Weg mit dem der Direktvereinbarung zwischen Ihrem Haus und Autor bzw. Verlag (Weg 3) vergleichen.
Vorteile

  • lizenzrechtlich korrekt
  • keine Rücksprache mit dem Urheber erforderlich

Nachteile

  • kostenpflichtig und ggf. kostenintensiv
  • komplizierte Abrechnungsmodalitäten (Sie benötigen ein Kundenkonto bei der der PMG)
  •  ggf. Einrichtung eines Zählers oder Analysetools auf Ihrer Webseite notwendig.

Übrigens: Die Verwendung eines Artikels im Rundbrief oder E-Mail-Newsletter Ihrer Organisation können Sie über die PMG auf die gleiche Weise lizenzieren. Berechnungsgrundlage ist die Anzahl er Empfänger, unabhängig ob diese den Newsletter tatsächlich öffnen und lesen. Bei maximal 100 Empfängern kostet der Abdruck eines Artikel 25,- Euro (netto), bei 1.000 Empfängern 50 Euro und bei 10.000 Empfängern 87,50 Euro.

Sonderfall Pressemitteilungsübernahme
Dürfen Sie einen Zeitungsartikel 1 zu 1 auf Ihrer Webseite wiedergeben, wenn er auf eine Pressemitteilung Ihrer Organisation zurückgeht? Nein! Denn sie wurde vom Medium redaktionell bearbeitet, ergänzt oder auch gekürzt, und dadurch wurde ihr kreative Leistung hinzugefügt, die über die Verwertungsgesellschaften (stellvertretend die PMG) zu lizensieren ist. Nur wenn der Aussender der Pressemitteilung (also zum Beispiel Sie als Pressesprecher) als Autor am Artikel genannt wird und die Änderungen marginal sind, kann eine Übernahme ohne Lizenz gerechtfertigt sein. Es empfiehlt sich dennoch, eine kurze Rücksprache mit dem Verlag zu halten.

Übernahme in eigene Medien
Ein Zeitungsartikel gefällt Ihnen so gut, dass Sie ihn nicht nur auf der Webseite Ihrer Organisation zeigen möchten, sondern ihn auch in den eigenen Medien wie der Mitgliederzeitschrift oder dem Jahresbericht nachdrucken möchten? In diesem Fall sollten Sie direkten Kontakt mit dem Autor bzw. dem Verlag aufnehmen und nach dem Honorar für eine Zweitverwertung fragen. Wenn es für einen guten Zweck ist, macht man Ihnen bestimmt ein faires Angebot. Sie sollten auf keinen Fall riskieren, den Autor oder Verlag durch einen ungefragten Nachdruck eines gelungenen Artikels zu verärgern.

Eine Antwort zu “4 Wege, um Fremdartikel auf der eigenen Webseite zu veröffentlichen

  1. Als relativer Laie schätze ich diesen Artikel als sehr hilfreich und kompetent ein!

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