Der Rund-um-die-Uhr-Alarm entmutigt Ihre Spender

Ich glaube an die Macht des Internets und daran, dass Social Media der Menschheit im Allgemeinen und Spendenorganisationen im Speziellen dienen kann. Allerdings wäre es nachlässig, wenn ich nicht genau so sehen würde, dass der Aufstieg des Social Web auch eine ernsthafte Herausforderung für Non-Profit-Organisationen darstellt. Denn es bedeutet, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche mit Katastrophenmeldungen bombardiert zu werden und ein Leben im dauernden Alarmzustand zu führen. Inzwischen werden wir Internetnutzer, Smartphone-Besitzer und Tablet-PC-Geeks schließlich rund um die Uhr mit grauenvollen Nachrichten überhäuft: Von der Hungersnot in Afrika, über den Krieg im Nahen Osten bis zur globalen Weltwirtschaftskrise – wir ertrinken in traurigen Tweets, niederschmetternden Statusmeldungen und schwermütigen Videos. Wenn das so weiter geht befürchte ich, dass viele Menschen einfach abschalten, sich taub und blind stellen gegen die Krisen dieser Welt. Mit der Folge, dass sie auch unsere Spendenaufrufe nicht mehr ansehen und als Spender schon bald ausfallen. Wer vor einem Jahr in einem dringenden Tweet oder einer Statusmeldung bei Facebook über eine Katastrophe schrieb und um Hilfe bat, erhielt schnell Antworten mit Betroffenheit und Großzügigkeit. Heutzutage herrscht Stille – nicht weil es den Menschen egal ist, sondern weil der konstante Schwall an schlechten Nachrichten das Gefühl verstärkt, machtlos zu sein gegenüber den unaufhörlichen Problemen der Menschheit. Sie können etwas dagegen tun – gerade wenn man Kommunikation für eine Non-Profit-Organsiation machen: Erzählen Sie mehr Erfolgsgeschichten! Die Menschen müssen mehr gute Nachrichten hören, denn sie brauchen das Gefühl der Hoffnung. Als gesellschaftspolitische Akteure sind Non-Profit-Organisationen in der einzigartigen Position den Trend der extremen Negativität im Internet umkehren zu können. Selbst die herausforderndsten Themen haben Erfolgsgeschichten. Wenn Ihre Wohltätigkeitsorganisation den Armen hilft, erzählen Sie die Geschichte eines Menschen, der endlich eine Anstellung gefunden oder eine Gehaltserhöhung bekommen hat, um so seine Familie ernähren zu können. Wenn Ihre gemeinnützige Organisation in der Katastrophenhilfe tätig ist, dann teilen Sie eine Geschichte über das Überleben mit Ihren Fans oder Followern. Und wenn Ihre Organisation für den Umweltschutz arbeitet, erinnern Sie für jeden tragischen Verlust von Lebensraum oder einer gefährdeten Spezies eine positive Erfolgsgeschichte aus dem Naturschutz. Selbstverständlich soll keine Bedrohungen unterschlagen, keine Katastrophe klein geredet werden. Und es ist auch klar, dass die Beschreibung eines Elends den Leser stärker animiert, sein Portemonnaie zu zücken und etwas zu spenden. Aber ein paar mehr gute Nachrichten würden dem Internet nicht Schaden! Oliver Numrich/Christopher Joe Hanneken

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s