Die Radioreichweite: Annahmen über Annahmen

Bekanntlich ist die Arbeitsgemeinschaft Medienanalyse (kurz ‚ag.ma‘) für die Bestimmung der Reichweiten im Hörfunk zuständig. Diese werden zweimal pro Jahr, in der Frühjahrs- und der Herbstewelle, mit Hilfe von Telefonumfragen ermittelt. Als Konsument merkt man, dass man sich gerade in einer solchen Erhebungswelle befindet, an der massiven Außenwerbung der Radiosender und den vielen Gewinnspielen, die zu dieser Zeit veranstaltet werden. Denn den Rundfunkanbietern geht es darum, dass sich möglichst viele der zufällig ausgewählten angerufenen Testpersonen an ihren Radiosender erinnern und ihn benennen können. Das Dilemma der Radioreichweite für uns Medienanalysten ist u. a., dass die geschätzte Stunden- oder Tagesreichweite eines Programms, erst ein halbes Jahr nach deren Ausstrahlung bekannt gegeben wird. Denn die ag.ma braucht nicht nur für die Umfrage selbst, sondern auch für die Auswertung sehr viel Zeit. So viel Zeit, dass der März für sie glatt 33. Tage haben könnte – wie das Bildschirmfoto zeigt, dass ich neulich von der Seite der ag.man gemacht habe.

PS. Wir behelfen uns bei der Angabe der Reichweite von Radiosendungen mit durchschnittlicher Stunden- bzw. Tagesreichweite eines Senders ohnehin mit einer statistischen Größe, die auf vielen Annahmen,  Unwägbarkeiten und ignorierten Einflussfaktoren  basiert. Die Beeinflussung der Befragten durch zeitgleiche Außenwerbung etwa ist nur eine der Störkomponenten. Interessante Beiträge zum Thema Radioreichweite findet sich hier und aus dem Hause GOLDMEDIA kommt eine Studie zum Thema Webradio.

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