Ohne Promi keine Spenden

Unter unseren Kunden finden sich viele Non-Profit-Organisationen, die auf Spender und Sponsoren angewiesen sind. Und weil zur Weihnachtszeit die Herzen der Menschen angeblich weicher sind als sonst, wird jetzt intensiv um milde Gaben geworben. Glücklich schätzen kann sich die Organisation, die einen prominenten Unterstützer gefunden hat, der zu ihr passt. Denn ohne Promis geht es heute fast nicht mehr. Das ist darum besonders bitter, weil es nur wenige zugkräftige Stars in Deutschland gibt und die meisten schon „besetzt“ sind. Promis sind aus zwei Gründen für Spendenorganisationen wichtig: Erstens um überhaupt mit ihrem Spendenaufruf in die Zeitung zu kommen, denn obwohl die Arbeit von Non-Profit-Organisationen immer gelobt wird, wird außerhalb von großen Naturkatastrophen selten zu Spenden aufgerufen. Wenn die Medien sich des Themas Spenden annehmen, dann meist negativ. Dann wird über die so genannten Drückerkolonnen berichtet, die Fördermitglieder werben, oder über die Flut der Spendenbriefe zu Weihnachten gelästert.Die meisten Medien, Zeitungen wie Fernsehsender, veröffentlichen kaum noch Kontonummern von Organisationen, sondern rufen lieber selbst zu Spenden auf ihr eigenes Konto auf und verteilen die Erträge dann weiter. Warum? Offiziell: Weil sie die Kontrolle über die Mittel behalten wollen, Stichwort „Schwarze Schafe“. Meine Meinung: Weil sie sich der Gutherzigkeit ihrer Leser oder Zuschauer rühmen wollen, ohne selbst viel dafür ausgeben zu müssen. Zweitens sind Promis wichtig, weil sie ihre Bekanntheit und Glaubwürdigkeit auf die Organisation übertragen. Die Menschen spenden eben nur für einen Zweck, den sie kennen und dem sie vertrauen. Bevor sie Geld geben, müssen sie darum einen emotionalen Bezug zur Organisation aufbauen können. Und dabei hilft ein Promi, den man als gleichermaßen glaubwürdig wie sympathisch wahrnimmt. Spenden aktivierend wirkt zudem, wenn eine respektierte Person (Promi, Nachbar, Kanzlerin) ganz konkret auffordert: Bitte geben Sie! Sonst bleiben die Portemonnaies zu.

Lassen sich Prominente von Hilfsorganisationen bezahlen?
Mir ist nicht bekannt, dass einer meiner Kunden (alles seriöse Hilfsorgansiationen) einen prominenten Partner bezahlt hätte. Alledings macht man heute in der Regel auch mit prominenten Förderern Verträge so wie mit anderen Sponsoren, in denen genau geregelt ist, welche Leistungen beide Seiten zu erbringen haben, also z. B. wann ein Promi für die Organisation auftritt oder wie häufig er der Presse zur Verfügung steht. Zu den Leistungen, die die Hilfsorganisation zu erbringen hat, könnte auch gehören, dass sie den Flug in eine Krisenregion oder ein Hotelzimmer am Veranstaltungsort übernehmen muss und natürlich die Kosten, die für ein Fotoshooting oder Dreharbeiten entstehen. Aber Geld fließt – abgesehen von dem für eine der Vermittlungsagenturen – nach meiner Kenntnis nicht. Trotzdem profitieren auch die prominenten Helfer, denn sie können sich positiv darstellen und kommen in die Zeitung. Aufpassen müssen beide Seiten nach meiner Meinung, wenn ein „bürgerschaftliches Engagement“ nur aus dem Besuch von Charity-Partys besteht, die kaum im Zusammenhang mit dem Hilfebedarf stehen und große Summen verschlingen. Die Berichterstattung in der seriösen Presse bekommt dann schnell einen negativen Touch und zur Spenderaktivierung trägt diese Form der Publicity auch nicht bei. In diesem Zusammenhang ist „Cinema for Peace“ (CFP) in den letzten Jahren in die Negativschlagzeilen gerutscht. CFP  veranstaltet im Rahmen des Filmfests „Berlinale“ jedes Jahr eine Gala und soll hohe Summen dafür ausgegeben haben, dass internationale Superstars daran teilnahmen. Am Ende sei, so lautet die Hauptkritik an „Cinema for Peace“,  von den Einnahmen kaum etwas für den guten Zweck übrig geblieben.

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