Trends 2011: Quellenstudium statt Sammelsurium – vom Clipping zum Cluster

Die Netzwerkanalyse zeigt, wie sich die einzelnen Medien gegenseitig beeinflussenMedienbeobachter müssen 2011 Lösungen für das plattformübergreifende Tracking von Informationsströmen vorlegen. Schließlich werden die Gattungsgrenzen zwischen Offline- und Onlinemedien immer durchlässiger: Ein umgeworfener Blumenkübel schafft es innerhalb eines Tages von Twitter bis in die Fernsehnachrichten, aber auch zurück:  Denn TV-Beiträge werden ihrerseits immer häufiger im Internet und nicht ausschließlich im Fernsehgerät betrachtet. Auch die Barriere zwischen dem journalistischen und dem so genannten vorjournalistischen Raum, zwischen Media und Social Media fällt 2011 endgültig. Man muss sich daran gewöhnen, dass immer mehr Aussender Informationen in Umlauf bringen, sie kopieren und modifizieren, dass sie Öffentliches mit Privatem vermischen, Nachrichten mit Meinung. Für die PR-Evaluation heißt das: Vollständigkeit ist als oberstes Ziel des Monitorings nicht aufrecht zu erhalten. Das ist besonders bitter für die Liebhaber von ausgeschnittenen Zeitungsartikeln. Aber in Zukunft kann nicht mehr alles aufgespürt, abgeheftet und quantitativ ausgewertet werden. Es ist schon rein quantitativ nicht mehr zu bewältigen und vor allem auch nicht  sinnvoll. Viel angemessener ist es, die aus der Soziologie bekannten Instrumente der Netzwerkanalyse dafür zu nutzen, Ballungen von Meldungen mit identischen oder ähnlichen Informationen zu erkennen und deren Quellen über die Gattungsgrenzen hinweg nachvollziehbar zu machen. Statt dem Beobachtungskunden sämtliche Meldungen vorzulegen, und ihn mit einem Sammelsurium unterschiedlicher Reichweiteneinheiten – von zusammenhängenden Seitenbesuchen, über Follower und Fans bis zur durchschnittlichen Tagesreichweite – zu konfrontieren, sollte das Reporting zukünftig einzelne Meldungscluster mit hoher Relevanz für den Kunden herausgreifen und deren Inhalt qualitativ auswerten. Dadurch kann er mit einem Blick erkennen, welche Themen und Quellen die Berichterstattung über sein Unternehmen oder seine Organisation im untersuchten Zeitraum dominierten.

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